Zeitzeugen erzählen von Nachkriegszeit

Im Geschichtsgrundkurs der Q2 waren jetzt Jutta Loose und Karl Heinz Ruthmann zu Gast, die als Zeitzeugen von ihren Erlebnissen in der Nachkriegszeit berichteten.

Ruthmann (Jahrgang 1934) war also nicht älter als unsere Fünftklässler, als der Krieg zu Ende ging. Anders als diese hatte er aber nicht vier Jahre Schule hinter sich. Bedingt durch Flucht und Evakuierung zunächst in den Osten, dann in den Norden konnte er nicht regelmäßig eine Schule besuchen und wurde nach seiner Rückkehr nach Duisburg erst einmal in die dritte Klasse eingeschult. Die Wohnung, in der er mit seiner Mutter und Schwester vor der Flucht gelebt hatte, war aber inzwischen von einer anderen Familie besetzt, sodass ihnen nach langem Hin und Her nur ein Zimmer zur Verfügung gestellt werden konnte. Anders als Elfjährige heute musste er sich auch aktiv an der Trümmerbeseitigung beteiligen, wobei ihm sogar die Aufgabe zugeteilt wurde, die Lore, in der die Trümmer gesammelt wurden, zu führen.

Jutta Loose ist zwar erst nach dem Krieg geboren worden (Jahrgang 1949), hat aber durch ihren Vater, der schwere Kriegsverletzungen hatte, erfahren, was Krieg anrichten kann. Besonders die Hilflosigkeit ihres Vaters ist ihr deutlich in Erinnerung geblieben. Auch war ihr schon als kleines Kind bewusst, dass es anderen Kindern noch viel schlechter ging als ihr. So haben sie und ihre Mutter für Kinder, die z.B. wegen fehlender Schuhe Frostbeulen an den Füßen hatten, Spendenaktionen organisiert. Die Schüler*innen des Geschichtskurses von Frau Spielberg waren nicht nur sehr interessiert, sondern auch sehr bewegt und nachdenklich. Dafür sorgten zum einen die Berichte der beiden Zeitzeugen, die über die ZeitZeugenBörse Mülheim an der Ruhr vermittelt worden waren. Sie hatten darüber hinaus auch anschauliches Material mitgebracht: Neben einer originalen Lebensmittelkarte aus der Zeit, mit der den Familien Lebensmittel streng rationiert zugeteilt worden waren, konnten sich die Schüler*innen zudem den Inhalt eines „Koffers der Erinnnerungen“ anschauen, der auch schöne Dinge wie ein Poesiealbum oder einen Webrahmen enthielt.

Lebensmittelkarte

Crash Kurs NRW informiert am AEG

Über eine rote Ampel laufen, Handy am Steuer, mit Musik im Ohr Fahrrad fahren – all das sind Ursachen für Unfälle im Straßenverkehr.

Die Polizei Duisburg war jetzt am AEG zu Gast, um im Rahmen der Kampagne „Crash Kurs NRW“ Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen EF und Q1 über Unfallursachen aufzuklären. Dabei wurde aber kein langweiliger Informationsvortrag gehalten, sondern es berichteten fünf Menschen sehr emotional und eindringlich von realen Unfällen aus Duisburg und der Umgebung. So stellten etwa ein Berufsfeuerwehrmann, eine Notärztin und ein Polizist dar, wie dramatisch eine Autofahrt unter Alkoholeinfluss endete oder zu welch schrecklichen Unfällen es kommen kann, wenn man als Fußgänger bei Rot über die Ampel läuft und gleichzeitig noch auf sein Smartphone guckt. Auch ein Unfallopfer kam zu Wort und beschrieb, wie nach dem Unfall seine Lebensträume platzten.

Ihre Lebensträume sollten unsere Schüler vor der Veranstaltung auf Zettel schreiben. Sie waren an einem Luftballon befestigt, der sichtbar für alle in der Turnhalle hing. Und damit diese Lebensträume nicht auch zerplatzen, sollten alle die Regeln des Straßenverkehrs beachten, aufmerksam sein und auch auf sich aufmerksam machen (z.B. durch entsprechende Kleidung in der Dunkelheit).

Theater am 8.6., 11.6. und 15.6.2018: „Das Spinnennetz“

In Rumeln-Kaldenhausen führt der Projektkurs Theater am Freitag, 08.06.18, um 19.30 Uhr die Krimikomödie „Das Spinnennetz“ auf. Die Parodie auf das Krimi-Genre der Queen of Crime Agatha Christie enthält alles, was das Krimiherz begehrt: Mord, Polizei, unsichtbare Tinte, eine Leiche, die weggeschafft werden muss, und vieles mehr. Wer sich an der Suche nach dem Mörder beteiligen will, hat nach der Premiere auch noch am Montag, 11.06., und am Freitag, 15.06., Gelegenheit, die Vorstellungen des Projektkurses zu sehen. Sie finden jeweils um 19.30 Uhr in unterschiedlichen Besetzungen in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums statt. Der Eintritt ist frei.

Raum für Kunst – Kunst im Raum

Der Kunstunterricht verbindet wie kein anderes Fach Theorie und Praxis, sodass gelernte Methoden als visualisierte Darstellung in verschiedenen Projekten verwirklicht werden. So entstehen beispielsweise sogenannte Installationen, die mehr als nur ein paar Pinselstriche auf Papier sind. Dazu werden zum Beispiel gesammelte und selbsterstellte Gegenstände in einer bestimmten Anordnung im Raum platziert und erlauben so dem Betrachter, genauer in das dreidimensionale Kunstwerk einzutauchen und es mit all seinen Sinnen wahrzunehmen.

Auf diesem Konzept beruht auch die von einem Grundkurs der Q2 besuchte Kunstaustellung des Museums „K21 Ständehaus“ in Düsseldorf, welches vor allem die internationale Kunst der Gegenwart präsentiert. Die dort ausgestellten Installationen bieten auf vielfältige Weise eine intensive Begegnung mit raumbezogener Kunst.

Während die eine Künstlerin mit Licht und naturähnlichen Soundeffekten bestimmte Wahrnehmungen erzeugen will, stellt ein weiterer Künstler mit einem komplett verdunkelten Raum die Sinne der Besucher auf die Probe. Andere Künstler kritisieren mit ihren Werken ein aktuelles Problem der heutigen Gesellschaft oder beziehen sogar ihre eigene Biographie mit ein.

Diese Art von Kunst, die den Betrachter nicht nur visuell, sondern mit all seinen Sinnen fordert, lässt die Menschen in das Werk eintauchen und sie regelrecht an dem Kunstwerk teilhaben. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen dem Künstler und dem Betrachter, der zum Reflektieren und Hinterfragen aufruft.

Mona Ben Hmouda